Ein
Teil der atmosphärischen Aerosolpartikel, die sog.
Wolkenkondensationskeime (cloud condensation nuclei, CCN), beeinflussen
den Strahlungshaushalt der Erde durch ihre Fähigkeit Wolken zu bilden
(indirekter Aerosolantrieb). Dabei können die mikrophysikalischen
Wolkeneigenschaften (Konzentration und Größe der Tropfen) von
anthropogen erzeugten CCN verändert werden, die auf diese Weise
Einfluss auf die Klimawirksamkeit von Wolken nehmen.
Der indirekte Aerosolantrieb wird noch komplexer durch die Eisbildung
in unterkühlten troposphärischen Wolken. Diese wird oberhalb von -38°C
ebenfalls durch geeignete atmosphärische Partikel, den sog. Eiskeimen
(ice nuclei, IN) hervorgerufen (heterogene Eisnukleation). Neben den
unterschiedlichen optischen Eigenschaften von Eispartikeln ist die
Eisbildung besonders für die Auslösung von Niederschlagsprozessen in
mittleren Breiten von großer Bedeutung.
Ein Weg um das Verständnis über die Tropfen- und Eispartikelbildung zu
verbessern und einen anthropogenen Einfluss zu erkennen ist die
mikrophysikalische und chemische Charakterisierung von
Aerosolpartikeln, die in der Atmosphäre bereits flüssige und eisförmige
Hydrometeore gebildet haben. Zu diesem Zweck werden Tropfen und
Eispartikel mithilfe eines Counterflow Virtual Impactor (CVI) innerhalb
von Wolken gesammelt. Die nicht aktivierten interstitiellen Partikel
werden während des Sammelvorgangs abgeschieden während die Hydrometeore
in einer trockenen, partikelfreien Trägerluft verdunstet werden. Auf
diese Weise bleiben die ehemaligen CCN und IN im luftgetragenen Zustand
als trockene Residualpartikel zur Analyse zurück.
Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung existieren ein bodengebundenes und ein flugzeuggetragenes CVI System für flüssige Wolken. Ein drittes, bodengebundenes System ist speziell für die Sammlung von Eispartikeln in Mischphasenwolken (ICE-CVI) konzipiert.
Aufbau des Ice-CVI Einlasses auf dem Jungfraujoch (links) zur Sammlung frisch gebildeter Eispartikel in Mischphasenwolken.